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EU: Fischbestände in Nord - und Ostsee wachsen weiter

Bei dem jährlichen Seminar in Brüssel zur Unterrichtung der Öffentlichkeit über die Lage der Fischbestände in Europa ergab sich ein überwiegend positives Gesamtbild für die Fischerei. Kommissar Vella fasste die Ergebnisse des europäischen Fischereimanagements in seinem Schlusswort zusammen: „ Wir arbeiten gut und wir machen ständig Fortschritte .“ Die über geordneten Trends zeigen, dass die fischereiliche Sterblichkeit im Nordostatlantik einschließlich Nordsee und Ostsee abnimmt und die Fischbestände anwachsen.

Auch die Fänge zeigen insgesamt steigende Tendenz. Trotzdem gibt es bei einzelnen Fischbeständen aktuelle Bewirtschaftungs probleme, die weitere Anstrengungen erfordern, z.B. beim Dorsch in der westlichen Ostsee. Durch den großen Sprottenbestand wird die Fangmenge jedoch insgesamt auch dort rechnerisch steigende Tendenz zeigen.

„In der Nordsee ist der Kabeljau zurück“ , stellte Kommissar Vella zufrieden fest. Im laufenden Jahr wird die Bestandsgröße den Schwellenwert zur nachhaltigen Bewirtschaftung erstmals wieder überschreiten. Der Schollenbestand wächst weiter und bewegt sich auf historischen Höchstständen um 1 Million Tonnen. Erstmals präsentierten die Wissenschaftler Daten, nach denen das Wachstum der Schollen durch die großen Vorkommen abnimmt. Bei gleichem Alter sind die Tiere kleiner als noch vor 10 Jahren. Fachleute sprechen von dichteabhängiger Wachstumsbegrenzung. Das bedeutet, es gibt so viele Schollen, dass die Nahrung für ein optimales Wachstum nicht mehr für alle ausreicht.

Leider waren im Mittelmeer und im Schwarzen Meer keinerlei Fortschritte zu erkennen. Dort geht die Überfischung unvermindert weiter, und es gibt immer noch keine ausreichende wissenschaftliche Datenbasis für eine nachhaltige Fischerei.  

Positiv verlief die wirtschaftliche Bewertung der Fischerei. Der Wert der Anlandungen durch die rund 80.000 Fischereifahrzeuge war mit gut 7 Milliarden Euro stabil, aber die wesentlichen Kostenfaktoren haben deutlich nachgegeben. Die Treibstoffkosten sind im Vergleich zu 2014 um 19 % gesunken. Dadurch sind die Gewinne um 4 % gestiegen. Die ökonomischen Langzeittrends seit 2008 sind allesamt erfreulich:

  • Anlandungen +10 %
  • Fang pro Aufwandseinheit (LPUE) +16 %
  • "Net Profit" von 1 % auf 17 % des Umsatzes angestiegen

Auch die Löhne sind deutlich gestiegen. Am besten verdienen die Fischer laut Statistik in Belgien mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 74.000 Euro. Deutschland liegt dabei unter den ersten Fünf . Natürlich gibt es in der wirtschaftlichen Analyse erhebliche Unterschiede zwischen den Mitgliedsstaaten und den Fischereisparten, betonten die Fischereiökonomen. Aber die Rahmendaten deuten auf ein weiteres Wachstum in den nächsten 15- 20 Jahren hin. Großer Unsicherheitsfaktor sind jedoch die Treibstoffkosten. Ein starker Anstieg der Ölpreise könnte die Perspektiven deutlich verschlechtern, auch wenn die Bestandssituation der Fische gut bleibt.

Die EU stellte sich auch einem Vergleich ihres Managementsystems mit den USA. Dabei machte Chef-Advisor Ernesto-Penas -Lado klar, dass die Amerikaner in vielen Indikatoren besser arbeiten: Sie haben umfangreichere wissenschaftliche Daten über die Bestände und können die Nachhaltigkeit ihrer Fischerei besser bewerten. Trotzdem haben sie bei ihren Management-Entscheidungen größere Flexibilität und können da durch auf unvorhergesehene Ereignisse besser reagieren. Und sie geben den Beratungsgremien aus Fischern und anderen Interessengruppen mehr Einfluss. Insgesamt ist dadurch die Überfischung noch geringer als in europäischen Gewässern.

Kapitän Dirk Sander, Vorsitzender des deutschen Kutterverbandes, zeigte sich zufrieden: „Wir können eine leistungsfähige, nachhaltige Branche mit guten Perspektiven sein, wenn man uns nicht die Fanggebiete wegnimmt oder andere unsinnige politische Entscheidungen trifft.“ 

 

Quelle: Deutscher Fischerei-Verband e.V.

Kommentare   

Arne
#1 Arne 2017-10-11 06:49
Das klingt ja schon mal positiv :-)

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