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Vor Delegierten des Landesanglerverbandes aus ganz Mecklenburg-Vorpommern begrüßte heute der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Till Backhaus das mittlerweile übereinstimmende Votum von Landesangler- und Fischereiverbänden Mecklenburg-Vorpommerns zur Abschaffung der Fischereischeinpflicht im Bundesland. „Unzweifelhaft dürfte eine solche Regelung die Bürokratie weiter reduzieren und das Land noch bürgernäher und gastfreundlicher machen“, stellte er heute auf der Delegiertenkonferenz des LAV in Schwerin fest.

Der Minister machte allerdings auch deutlich, dass die durchaus gewollte Vereinfachung nicht zu Lasten der im Rahmen der ordnungsgemäßen Fischereiausübung einzuhaltenden Standards in den Bereichen Tier-, Natur- und Umweltschutz gehen dürfe. Mit Blick insbesondere auf Aspekte des Tierschutzes sagte er: „Nur wenn es gelingt, die Eigenverantwortung zu stärken und die Menschen ohne Druck oder Drohungen zu sensibilisieren, werden wir langfristig Erfolg haben. Hier stehe ich als Ressortminister für Fischerei- und Tierschutzfragen aller Art voll in der Verantwortung - und diese werde ich gewissenhaft wahrnehmen!“

Eine bestandene Fischereischeinprüfung sei schließlich längst kein Garant für tierschutzgerechtes Verhalten. Andererseits gelte es, die Sensibilisierung für alle ethischen Fragen des Angelns, Fischens und Jagens weiter konsequent voranzutreiben. „Fakt ist: Das Wissen ist zwar da, aber die Einsicht fehlt hier und dort noch oft! Daher sehe ich die besondere Verantwortung der Anglerverbände und -vereine darin, auch noch so manchen langjährigen Angler zu überzeugen, Tierschutz als hohes Gut anzuerkennen und im Sinne der Kreatur ganz selbstverständlich zu praktizieren“, hob Dr. Backhaus hervor.

Selbst bei Abschaffung einer Fischereischeinpflicht für Mecklenburg-Vorpommern solle jedem Bürger allerdings auch künftig die Möglichkeit gegeben werden, sich hierzulande einer Fischereischeinprüfung zu unterziehen, auf deren Grundlage ein in Bundesländern mit entsprechender Pflichtregelung anerkannter Fischereischein ausgestellt werden kann. „Außerdem brauchen wir ein bürokratiearmes Verfahren zur Entrichtung der Fischereiabgabe. Auf dieses von allen Seiten anerkannte Instrument, mit dem viele gewässerübergreifende Projekte im Fischartenschutz erst möglich geworden sind, sollten wir keinesfalls verzichten“, stellte der Minister klar.

Für beide Aspekte werde bereits an Vorschlägen für praktikable Verfahren gearbeitet, die mit den Verbänden rechtzeitig diskutiert würden. „Die Entscheidung, ob und in welcher Art das Fischereigesetz erneut geändert wird, trifft aber letztendlich der Landtag“, erinnerte der Minister und machte damit deutlich, dass die Interessenvertreter auch im parlamentarischen Verfahren Einfluss auf die gewünschten Änderungen nehmen können.

Dass der seit 2005 im Bereich der Fischerei beschrittene Weg der konsequenten Deregulierung und Entbürokratisierung im Lande grundsätzlich richtig sei, beweise die Konjunktur beim so genannten Touristenfischereischein. „10 191 verkaufte zeitlich befristete Fischereischeine, davon rund 85 Prozent an Gäste aus anderen Bundesländern und dem Ausland - das spricht eine deutliche Sprache!“, sagte Dr. Backhaus, der damit auch die Intention des Gesetzgebers bei der Einführung voll erfüllt sieht.

Eine Konkurrenz zum etablierten Fischereischein, wie anfangs befürchtet, habe sich hingegen kaum gezeigt. „2007 wurden immerhin noch 3 947 neue Fischereischeine ausgestellt. Es war also nach wie vor attraktiv, einen solchen unbefristeten Fischereischein zu erwerben und sich den Mühen einer Prüfung zu unterziehen“, resümiert der Minister. Weil häufig beklagt werde, wie schwierig es sei, die Fischereischeinprüfung erfolgreich zu bestehen, erinnerte Dr. Backhaus an die Beteiligung des LAV an der Auswahl der Fragenkataloge, die zudem ein bundeseinheitliches Niveau sicherzustellen hätten.

Im Weiteren sprach der Minister zu verschiedenen Aspekten rund um die Fischerei, unter anderem zum Dauerthema Kormoran, zur Bilanz der Fischereiaufsicht im Land sowie zur künftigen Struktur der amtlichen Aufsicht in den Küstengewässern. Zum Abschluss resümierte der Minister: „Fast 100 000 im Vorjahr verkaufte Fischereiabgabemarken zeigen, dass die Beliebtheit des Angelns auch bei den einheimischen Petrijüngern ungebrochen ist. Dass Mecklenburg-Vorpommern ein Eldorado für Angler - ob Touristen oder Einheimische - bleibt, haben wir gemeinsam selbst in der Hand. Dabei weiß ich Ihren Verband als starken Partner im wahrsten Sinne des Wortes mit im Boot.“

Minister Dr. Backhaus nutzte die Gelegenheit, vor dem höchsten Gremium des Verbandes dem nicht wieder kandidierenden Präsidenten Hans-Jürgen Hennig für dessen engagierte, über mehr als zehn Jahre geleistete Arbeit an der Spitze des LAV ganz herzlich zu danken.

Einige Fakten aus der Rede des Ministers

2007 ausgereichte Touristenfischereischeine:   10.191

davon an - Bürger anderer Bundesländer:      7.494

                - Bürger aus dem Ausland:      1.135

                - Bürger aus Mecklenburg-Vorpommern:     1.562

2007 ausgereichte Fischereiabgabemarken:   97.533

2007 neu ausgestellte Fischereischeine:      3.947

2007 verkaufte Angelerlaubnisse des Landes für die Küstengewässer:    106.174

davon - Jahreskarten:      54.835

           - Wochenkarten:      19.891

           - Tageskarten:       31.448

2007 verkaufte Angelerlaubnisse anderer Körperschaften (Rostock, Ribnitz-Damgarten, Usedom) für die Küstengewässer (ca.):     16.800

davon - Jahreskarten:        7.000

           - Wochen-/Monatskarten:          800

           - Tageskarten:         9.000

Ehemals zehn mit der staatlichen Fischereiaufsicht an den Küstengewässern betraute Nebenstellen des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei wurden zwischenzeitlich bereits auf lediglich fünf reduziert, die mit 24 Mitarbeitern von den Standorten Wismar, Warnemünde, Stralsund, Sassnitz und Freest aus operieren.

Im Binnenland sowie an der Küste hauptsächlich im Bereich der Freizeitfischerei kontrollieren derzeit 608 ehrenamtliche Fischereiaufseher die Einhaltung der einschlägigen Bestimmungen. Hier wurden im Vorjahr bei 5.755 koordinierten Einsätzen rund 18.000 Angler kontrolliert und 640 Verstöße festgestellt. In 89 Fällen haben Staatsanwaltschaften und Gerichte Strafbefehle oder Geldauflagen aussprechen müssen, daneben ahndete die Fischereiverwaltung in geringfügigeren Fällen mittels Ermahnungen, Verwarn- und Bußgeldern.

 

 

Quelle: Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Mecklenburg-Vorpommern

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