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Umweltminister Robert Habeck: „Das ist ein weiterer wichtiger Schritt, um die Gewässer in Schleswig-Holstein zu schützen.“

KIEL. Das Land will den Gewässerschutz in Schleswig-Holstein weiter fördern. Dazu sollen insgesamt rund 2 Millionen Euro bereitgestellt werden. „Mit diesen Mitteln können wir Maßnahmen zur naturnahen Gewässerentwicklung im Lachsbach und an der Steinfurther Mühle umsetzen“, sagte Umweltminister Robert Habeck heute (30.Januar). Rund 1 Millionen Euro der Mittel sollen aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) kommen, 376.000 Euro aus Landes- und 564.000 Euro aus Bundesmitteln. Das sei ein weiterer wichtiger Schritt, um die Gewässer im Land besser zu schützen. „Sie sind ohnehin in keinem guten Zustand“, so der Minister.

Mit den Maßnahmen werden die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) umgesetzt, die alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union verpflichten, in den Oberflächengewässern bis 2027 einen guten ökologischen Zustand beziehungsweise ein gutes ökologisches Potenzial zu erreichen. Ferner muss der Nährstoffeintrag von Phosphor und Stickstoff in die Nord- und Ostsee deutlich verringert werden. Schleswig-Holstein hat deshalb frühzeitig damit begonnen in den Flussgebietseinheiten Schlei/Trave, Eider und im Schleswig-Holsteinischen Einzugsgebiet der Elbe Maßnahmenprogramme nach Artikel 11 der WRRL aufzustellen.

Maßgeblich für die Beurteilung des ökologischen Zustands eines Oberflächengewässers sind unter anderem biologische Qualitätskomponenten wie das Vorkommen von Wasserpflanzen, Fischen und einer Wirbellosenfauna. Der Zustand der Oberflächenwasserkörper wird anhand einer fünfstufigen Skala (sehr gut, gut, mäßig, unbefriedigend, schlecht) bewertet. Aktuell befindet sich sowohl der Lachsbach als auch die Eider in einem unbefriedigenden Gesamtzustand, sodass Maßnahmen zur Verbesserung der Qualitätskomponenten dringend erforderlich sind. 

Lachsbach: Von Sandfang bis zu Mäandern

Am Lachsbach (fließt in das Neustädter Binnenwasser) im Bereich der Ortschaft Stolpe sollen auf einer Länge von rund 1,5 Kilometern ein ganzes Bündel von Einzelmaßnahmen zur naturnahen Gewässerentwicklung umgesetzt werden. Es sollen unter anderem Nährstoffe und Sedimente zurückgehalten und einzelne Wanderungshindernisse beseitigt werden, so dass das Gewässer durchgängiger wird. Geplant sind zwischen 2018 und 2021 der Bau eines naturnahen Sandfangs, punktuelle Verbesserungen der Gewässerstruktur, wie die Ausbildung von Mäandern (mehr oder weniger bogenförmig geschwungene Schlingen des Flussbetts) oder der Einbau von Totholz und Kies als Unterstände und Laichhabitate für Fische. An zwei Stellen sollen vorhandene Sohlabstürze beseitigt und ein Durchlass erneuert werden, sodass Fische und die Wirbellosenfauna das Gewässer wieder durchwandern können. Zur Verringerung der Stickstoff- und Phosphorfrachten sowie als Puffer für Pflanzenschutzmittel sollen beidseitig des Gewässers in mittleren Abständen von rund 10 Metern zur Böschungskannte Knickwälle angelegt werden. 

Steinfurther Mühle: Durchlässigkeit soll wieder hergestellt werden 

An der Steinfurther Mühle (in der oberen Eider) soll die Durchgängigkeit wieder hergestellt werden. Vorgesehen ist, am Mühlenstau und am 100 Meter unterhalb liegenden Absturzbauwerk zwei in geringen Abständen aufeinander folgende Sohlgleiten zu bauen. damit Fische und die Wirbellosenfaune diesen Abschnitt wieder passieren können. Das Planungsverfahren ist hier noch nicht abgeschlossen, sodass sich bei der Variantenauswahl noch Änderungen ergeben können. Eine bauliche Umsetzung wird frühestens ab 2020 erwartet.

Die einzelnen Maßnahmenbausteine wie naturnahe Sandfänge, Durchlassvergrößerungen, Initialmaßnahmen zur Strukturverbesserung, Sohlgleiten und Wasserstandsanhebung sind in der Vergangenheit bereits an vielen Schleswig-Holsteinischen Gewässern mit positiven Ergebnissen und Zustandsverbesserungen für einzelne Qualitätskomponenten umgesetzt worden, sodass auch an der Eider und am Lachsbach davon auszugehen ist, dass sich über einen längeren Zeitraum betrachtet Verbesserungen der Gewässerqualität einstellen werden.

Quelle: Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung Schleswig-Holstein

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