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Verändert sich der Sauerstoffgehalt in der Ems, wenn der Fluss im Sommer oder im Herbst länger als zwölf Stunden aufgestaut wird? Um dies herauszufinden, hat der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) jetzt den Antrag gestellt, im Sommer und im Herbst einen Probestau durchführen zu dürfen, der jeweils maximal 52 Stunden dauern soll. Bisher ist im Planfeststellungsbeschluss geregelt, dass ein Einstau der Ems von mehr als 12 Stunden nur begonnen werden darf, wenn der Sauerstoffgehalt im Fluss mehr als sechs bzw. fünf Milligramm pro Liter beträgt. Dies ist im Normalfall nur im Winterhalbjahr zu erwarten. Mithilfe der Probestaus soll auch geklärt werden, ob und gegebenenfalls welche Spielräume zur Veränderung der Sauerstoffrahmenbedingungen des Planfeststellungsbeschlusses bestehen.

In dem NLWKN-Antrag heißt es, dass sich für künftige Schiffsüberführungen im Sommer und im Herbst die Frage stelle, ob es möglich sei, unter Aussetzung der geltenden Sauerstoffrandbedingungen längere Staufälle durchzuführen, ohne nachteilige Auswirkungen auf den Sauerstoffhaushalt und die Gewässergüte befürchten zu müssen. Dies würde eine größere Flexibilität und Sicherheit für Schiffsüberführungen, teilweise eine deutliche Verringerung von Baggerkosten und voraussichtlich auch eine Verbesserung der Schwebstoff- und Sauerstoffverhältnisse der Ems mit sich bringen.

Der erste Probestau soll Mitte August stattfinden, weil dann einerseits die sommerlichen Randbedingungen gewährleistet und andererseits relevante Auswirkungen auf Flora und Fauna ausgeschlossen sind. Der zweite Probestau soll zeitgleich mit der für den September 2008 vorgesehenen Schiffsüberführung durchgeführt werden. Der Herbststau soll gewässerkundliche Erkenntnisse über die Auswirkung des Staus unter den Randbedingungen des Herbstes (also niedrigere Wassertemperaturen und höhere Ausgangssauerstoffgehalte des Emswassers als im Sommer) liefern.

Beide Probestaus sollen von umfangreichen Untersuchungen begleitet werden: Vor und während des Staus wird u.a. die Sauerstoffkonzentration der Ems gemessen und dokumentiert. Ausgewertet werden die vorhandenen Messstationen; außerdem wird das Meyer-Schiff von einem Messschiff begleitet; ein zweites Messschiff nimmt zwei Stunden später weitere Proben.

In seinem Antrag hat der NLWKN deutlich gemacht, dass die europäischen Schutzgebiete durch die Probestaus nicht beeinträchtigt werden; entsprechende Gutachten stützen die Einschätzung des NLWKN. Der Geschäftsbereich "Wasserwirtschaftliche Zulassungsverfahren" im NLWKN wird noch vor den Sommerferien über den Antrag entscheiden: Vorher läuft eine umfangreiche Beteiligung der Verbände und der Träger öffentlicher Belange, die den Antrag und die Gutachten jetzt zugeschickt bekommen. Für die interessierte Öffentlichkeit werden die Unterlagen ausgelegt; der Termin wird noch von den betroffenen Gemeinden bekannt gegeben.

 

 

Quelle: Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz

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