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Der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern Dr. Till Backhaus äußerte sich heute zu der kürzlich bekannt gewordenen Studie des Instituts für Ostseefischerei Rostock über die Höhe der Kabeljau-/Dorschfänge deutscher Freizeitfischer in Nord- und Ostsee. "Diese Erhebungen sind sehr aufschlussreich. Sie können auch hilfreich sein auf dem Weg zur Entwicklung eines umfassenden Managementsystems zur Bewirtschaftung der Dorschbestände in der Ostsee - auch unter Einbeziehung der Freizeitfischerei", sagte der Minister.

Dr. Backhaus folgt der Auffassung des Gutachters, dass solche Daten aus der Freizeitfischerei nur dann sinnvoll für eine Bestandsberechnung verwendet werden können, wenn auch sie über einen längeren Zeitraum systematisch erfasst würden. "Die Daten müssen wie in der kommerziellen Fischerei international nach vergleichbaren Standards erhoben werden. Die jetzt vorliegenden Daten können also lediglich den Einstieg in weitere Überlegungen ebnen", bewertet er das vorliegende Gutachten.

Besonderen Wert legt der Minister auf die klare Feststellung, dass diese neuen Daten keinesfalls automatisch dazu führen werden, die bisherigen Fangobergrenzen - auch TAC (total allowable catch) genannt - nun zwischen der kommerziellen und der Freizeitfischerei aufteilen zu müssen. "Die Zahlen müssen zunächst in die Bestandsberechnungen der Wissenschaftler einfließen. Dass Angler jährlich Dorsch in Größenordnungen von 2 000 bis 5 000 fangen konnten, lässt auch den Schluss zu, den tatsächlichen Dorschbestand um einiges positiver bewerten zu können", so der Minister mit Blick auf die Analyse der Ergebnisse.

Bei der Ausarbeitung von Bewirtschaftungsplänen müsse aber künftig der Ausgleich der Interessen zwischen Berufs- und der Freizeitfischerei deutlich mehr Berücksichtigung zuteil werden.

"Beiden Nutzergruppen kommt an unserer Küste eine hohe sozioökonomische Bedeutung zu", stellte Dr. Backhaus einmal mehr fest. "Selbstverständlich geht es zunächst immer um die Existenzsicherung der Berufsfischerei. Aber auch die Freizeitfischerei in Mecklenburg-Vorpommern ist und bleibt eine wesentliche Säule im Konzept Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern."

Das offensichtlich große Interesse der Freizeitfischerei am Dorsch bestärke im Übrigen einmal mehr die Auffassung des Ministers über neue Ansätze einer zukunftsorientierten Bestandsbewirtschaftung in der westlichen Ostsee: "Es reicht offensichtlich längst nicht mehr aus, lediglich auf die natürliche Bestandsrekrutierung zu setzen. Daher werbe ich nachdrücklich für Konzepte unter Einbeziehung aktiver Bestandsstützung. Wir in Mecklenburg-Vorpommern verfolgen daher weiter unser Projekt eines sich auf Aquakultur stützenden Dorschmanagements", so Dr. Till Backhaus.

Der Erhebung des Instituts für Ostseefischerei der Bundesforschungsanstalt für Fischerei zufolge haben die in den deutschen Küstengewässern ihrem Hobby nachgehenden Freizeitfischer in den Jahren 2004 bis 2006 jeweils zwischen 1 900 und 5 100 Tonnen jenes begehrten Speisefisches gefangen, der in der Nordsee Kabeljau und in der Ostsee Dorsch genannt wird. Die Beprobungen betrafen allerdings fast ausschließlich die deutsche Ostseeküste, nachdem Voruntersuchungen ergeben hatten, dass die geringen Kabeljaufänge der Freizeitfischerei in der Nordsee für ein Bestandsmanagement vernachlässigbar seien.

 

Quelle: Ministerium fuer Ernaehrung,Landwirtschaft,Forsten und Fischerei des Landes Mecklenburg-Vorpommern

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