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Technisch ist es durchaus möglich, das klimaschädliche Kohlendioxid (CO2) aus den konzentrierten Abgasströmen von Kraftwerken zu trennen und in poröse Gesteinsschichten oder Sedimentablagerungen im Meeresuntergrund einzupressen. Doch lässt sich das Treibhausgas damit dauerhaft und sicher verwahren, ohne dass die Meeresumwelt Schaden nimmt? Diese Frage steht im Zentrum eines Treffens von Fachleuten aus dem In- und Ausland, zu dem das Umweltbundesamt (UBA) vom 16. bis 17. Juni ins Berliner Bundespresseamt einlädt. Im Fokus der Diskussion stehen die Ergebnisse einer Studie zu meeresökologischen und -geologischen sowie rechtlichen Aspekten der CO2-Einlagerung im Meeresuntergrund. Die CO2-Speicherung im Meeresuntergrund sollte es aus Sicht des UBA nur geben, soweit sichergestellt ist, dass die Meeresumwelt keinen Schaden nimmt und tatsächlich das Klima wirksam geschützt wird.

Die technische Abscheidung und Speicherung von CO2 (Carbon Capture and Sequestration, kurz CCS) ist noch in der Erprobungsphase. Bei den zu erwartenden Größenordnungen des zu speichernden CO2 sind nationale Regelungen erforderlich, die dafür sorgen, dass vor einer Erteilung von Zulassungen für Speicherprojekte potentielle Umweltwirkungen umfassend geprüft werden. Internationale Meeresschutzübereinkommen stellten in dieser Richtung bereits Weichen. Zudem soll die Integration des CCS in den Emissionshandel dafür sorgen, dass nur dort eingespeichert wird, wo es sicher ist, dass das einmal gespeicherte CO2 langfristig im Meeresuntergrund bleibt. Für effektiven Klimaschutz hat das UBA eine Anforderung definiert, die ein maximales jährliches Entweichen von 0,01 Prozent CO2 zulässt. Dieses bedeutet, dass nach 1000 Jahren noch 90 Prozent des eingelagerten CO2 in den Kavernen vorhanden wären.

Auch bleibt die Frage zu klären: Wie viel austretendes CO2 wäre für die Meeresökosysteme noch akzeptabel? Denn: Sollte das Klimagas aus den Speichern austreten und in das darüber liegende Meerwasser gelangen, führte dies zur Versauerung des Meerwassers und könnte am Meeresboden lebende, kalkbildende Lebewesen - wie Korallen oder Seeigel - schädigen. Bislang ist die tatsächliche Empfindlichkeit der Meereslebewesen gegenüber einer Versauerung ihres Lebensmilieus nur sehr wenig erforscht. Aus diesem Grund schlagen das UBA und die Verfasser der Studie eine Leckagerate unter 0,01 Prozent vor.

Das UBA hält die CCS-Technik lediglich für eine Übergangslösung bis andere Klimaschutzmaßnahmen, wie vor allem der Einsatz erneuerbarer Energien und die Steigerung der Energieeffizienz, hinreichend entwickelt sind.

 

Quelle: Umweltbundesamt

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